Depression Tagebuch

Depression Tagebuch: Verstehen, verarbeiten und reflektieren.

Dem Führen eines Tagebuchs wohnt ein Zauber inne. Beim Schreiben über unsere Gefühle, Ängste und Sorgen nehmen wir Kontakt auf zu dem, was uns im Innersten bewegt. Allein diese Art der Kontaktaufnahme zu uns selbst bringt neuronale Prozesse in Gang, die uns helfen, unsere Gefühle zu verarbeiten.

Erfahre welche Vorteile das Depression Tagebuch noch bereit hält:

Uns selbst in der Depression verstehen lernen.

Wir stecken fest.

Unsere Gedanken kreisen um ein und das selbe Problem und Tag für Tag werden wir schwächer und mutloser. Schließlich sind wir dort angekommen, was wir allgemein als eine Depression bezeichnen.

Wir haben keine Kraft mehr für irgendetwas und kommen womöglich gar nicht mehr aus dem Bett. Die Ursachen für eine derartige Abwärtsspirale können vielseitig sein und es empfiehlt sich, diese mit einem Therapeuten zu ergründen und zu überwinden.

Eine zentrale Rolle spielen dabei stehts unser Geist, unsere Gedanken und Gefühle. Oft müssen wir erst wieder eine gewisse Ordnung in unsere innere Welt bringen, um zu einer Lösung zu  kommen.

Wie sehr Gedanken unser Leben formen können, wird in dem Klassiker von James Allen „As a man thinketh“ wunderbar dargestellt.

Viele der aktuell so erfolgreichen Coaches wie Laura Seiler begründen ihren Erfolg genau auf jene in dem Buch aus dem Jahre 1902(!) veröffentlichten Erkenntnisse.

Kurz zusammengefasst wird darin beschrieben, wie unsere Gedanken unser Weltbild prägen und wie wir dementsprechend handeln. Diese Handlungen führen zu entsprechenden Ereignissen, die wiederum unsere Einstellungen verfestigen.

Es scheint uns daher erwiesen, dass die Welt so ist, wie wir über sie denken – so bauen wir unsere eigenen Selbst-erfüllenden Prophezeiungen (das Konstrukt „self-fulfilling-prophecy“ konnte in vielen wissenschaftlichen Studien repliziert werden).

Dieses Prinzip kann aber auch zum Positiven angewandt werden. Wenn wir nur das beste von der Welt erwarten und unsere Taten dahingehend ausrichten, werden wir vom „Universum“ ein positives Echo zurückbekommen.

Das ist leichter gesagt als getan, denn unsere Glaubenssätze sind zumeist tief in uns verankert und lassen sich nicht so einfach umschreiben.

Zudem wird uns oft unsere negative Einstellung gegenüber uns selbst und anderen gar nicht bewusst.

So hegen und pflegen wir womöglich bereits seit längerer Zeit eine versteckte Depressions-Maschinerie ohne es zu merken. Und genau hier setzt die Arbeit mit dem Tagebuch an.

Anmerkung: Natürlich ist das Schreiben eines Tagebuches kein Ersatz für eine Psychotherapie. Sind die Verstimmungen tiefgreifen (Heulkrämpfe, nicht aus dem Bett kommen) und langanhaltend (mehrere Wochen), so ist der Weg zu einem privaten Psychotherapeuten oder auch kassenärztlichen Therapeuten (wenn der noch Termine frei hat) unvermeidlich.

Über Innere Kind Arbeit oder den Techniken der Regressionstherapie kann gemeinsam mit dem Therapeuten nach der Ursache für die Depression geforscht und aufgelöst werden.

depression hochsensibel

Depression: Ist es nur Faulheit? Oder bin ich hochsensibel? Oder nicht beziehungsfähig? Oder.. oder.. oder ..

Vielen fällt es schwer, mit dem Schreiben eines Tagebuchs zu beginnen. Das ist nur natürlich. Es braucht etwas Zeit, bis wir die Fähigkeit erlangen, das was in unserem Kopf und in unserem Herzen vor sich geht, zu Papier zu bringen.

Eine Möglichkeit, diese erste Hürde zu überwinden ist es, einfach Papier und Kugelschreiber in die Hand zu nehmen und drauf los zu schreiben, ohne genau zu wissen, worüber man schreiben wir.

Wir legen einfach los, Wort für Wort, Satz für Satz und lassen uns überraschen, was sich da manifestieren will.

Auch wenn sich unsere ersten Sätze wie völliger Unsinn lesen, machen wir trotzdem weiter. Wir urteilen nicht über das Geschriebene sondern machen so lange weiter, bis eine Seite voll ist.

Das machen wir am nächsten Tag genau so. Irgendwann werden wir merken, dass sich beinahe wie von selbst eine gewisse Struktur entwickelt und wir mehr und mehr Klarheit über unsere Inneren Vorgänge gewinnen.

Zu Beginn mag man sich dabei komisch vorkommen und immer wieder auf einen neuen inneren Widerstand stoßen. Wenn das so ist, dann: Einfach nicht beachten! Zähne zusammenbeißen und weiterschreiben!

Im Buch von Julia Cameron „Der Weg des Künstlers“ wird empfohlen, morgens drei Seiten voll zuschreiben, die sogenannten Morgenseiten. Dieses Buch leistete Pionierarbeit für die Popularität des Tagebuchs und ist ebenfalls wärmstens zu empfehlen.

Mit der Zeit werden wir merken, dass uns das Schreiben immer leichter von der Hand geht und drei Seiten im nu voll werden.

Ein Tagebuch sollte unbedingt von Hand geschrieben werden und nicht am Computer. Wir verbinden uns mit von Hand geschriebenen Inhalten mehr als mit einem digitalen Text.

Auch unsere Handschrift hat eine gewisse Aussagekraft. Das WIE wir schreiben ist meist bedeutsamer als das WAS und kann sich über die Zeit in vielfältiger Weise verändern.

Zusätzlich empfehle ich mit einem Füller oder blauem Kuli zu schreiben. Das Auge hat die Farbe Blau gern und wir messen so dem Geschriebenen mehr Wert bei.

Auch gelingt es uns immer besser, unsere Wünsche und Sorgen zu erkennen und zu formulieren und spätestens dann beginnt das Tagebuch therapeutisch zu wirken.

Studien konnten nachweisen, dass jemand, der sich schriftlich mit seinem Leben auseinander setzt, schneller einen Weg aus der Krise findet.

Daher ist das Depression Tagebuch auch häufig Bestandteil einer kognitiven Verhaltenstherapie.

Wir beginnen, all unsere Fragen und Sorgen aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen und gewinnen dadurch ein größeres Feld an Möglichkeiten, die unsere Situation nicht mehr als aussichtslos erscheinen lassen .

Es wird uns möglich, jene Perspektive einzunehmen, die uns die Zuträglichste erscheint, und wir finden Wegen, leichter mit Sorgen und Problemen umzugehen.

depression verstehen

Warum funktioniert das mit dem Tagebuch?

Unser Geist ist stets bereit, uns bei der Lösung unserer Probleme zu helfen.

Wenn wir ihm die Möglichkeit und etwas Zeit geben, sich mit unseren Anliegen auf strukturierte Weise auseinander zu setzen, kann er sie richtig zuordnen und konstruktiv darauf reagieren.

Der Prozess des Schreibens ist langsamer als der Prozess des Denkens. Zudem kreisen unsere Gedanken unter Angst und Stress noch ein vielfaches schneller.

Der Prozess des Schreibens bremst diese Dynamik ab und ermöglicht den Geist die Wirkung unserer Glaubenssätze, Satz für Satz, Wort für Wort wahrzunehmen.

Nach der Wahrnehmung setzt ein gewisser Verdauungsprozess ein. Die einzelnen Sätze und Wörter werden entsprechend ihrer emotionalen Ladung gewichtet und geordnet.

Wir lernen zu unterscheiden, woran wir etwas ändern können und woran nicht. Was kann schnell und einfach geändert werden und was braucht Zeit? Was will ich überhaupt verändern und was bin ich bereit dafür zu unternehmen?

Wie lerne ich mit dem, das ich nicht verändern kann besser umzugehen oder trenne ich mich davon einfach?

Es entsteht ein Spiel mit den Gedanken, mit den Möglichkeiten die wir haben und unser Leben erscheint uns nicht mehr als eine dunkle Sackgasse.

Und was mache ich dann mit all dem geschriebenen Zeug?

Na was wohl: LESEN! Das ist mit eines der Besten Dinge am Tagebuch.

Wenn wir in besonderen Momenten (Neujahr oder nachdem wir ein Buch vollgeschrieben haben) wieder ein altes Tagebuch zur Hand nehmen und darin lesen, wird uns oft einiges klar.

Wir verstehen sofort, wie wir uns damals gefühlt haben und wir erkennen auch, wie sich die Situation über die Zeit verändert hat.

Es tut der Seele gut sich daran zu erinnern, dass Zeit auch alte und tiefe Wunden heilen kann.

Auch erkennen wir wie sich unsere Denkmuster verändern. Oft müssen wir schmunzeln über unsere damaligen Gedanken und emotionalen Ladungen.

Somit ist das Lesen eines alten Tagebuchs oft ein Moment des Feierns. Wir feiern die Veränderung, die sich in uns getan hat und sind dankbar für das was uns an neuer bzw. zusätzlicher Freiheit und Freude geschenkt wurde.

Es kann auch sein, dass wir dabei über Themen stolpern, die wir noch nicht in den Griff bekommen haben.

Hierfür nutzen wir das Tagebuch, um uns für die Aufarbeitung der Themen zu motivieren und auch Informationen darüber zu gewinnen, wie wir am besten damit umgehen.

Fazit

Mit dem Schreiben eines Tagebuches zu beginnen braucht oftmals etwas Überwindung.

Es empfiehlt sich jedoch, einen Moment am Tag dafür zu reservieren und erst den Stift aus der Hand zu legen, wenn eine Seite voll ist.

Durch das (langsame) Schreiben startet ein geistiger Reflektionsprozess, der uns hilft, unsere Anliegen besser zu strukturieren und zu verarbeiten.


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